KI übernimmt Altenpflege

Als Senior länger selbständig leben? Ein System zur Überwachung der Haushaltsaktivitäten machts möglich. Dank Zendesk klingelt bald das Handy des Kundenbetreuers bei Beschwerden. Auch Influencer liefern Feedback. Bei Instagram soll die Funktion „Guides“ ausgebaut werden, mit der Produkte oder Orte besser empfohlen werden können. Apple setzt ebenfalls auf interessante Orte und lässt seine Nutzer bei Apple Maps selbst bewerten. Analoges Fernsehen ist Schnee von gestern? Von wegen, Mexiko startet  mithilfe des Fernsehers in das neue Schuljahr.

KI übernimmt Altenpflege
Der Pflegemarkt ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor. Alleine in Deutschland lag das Marktvolumen 2019 bei 43 Milliarden Euro. Jetzt haben Forscher vom MIT ein System entwickelt, welches erlaubt, die Lebenszeichen und Aktivitäten von Senioren zu überwachen, ohne auf Videotechnik zurückzugreifen. Das System „RF-Diary“ arbeitet mithilfe von drahtlosen Signalen, die erkennen können, ob eine Person schläft, liest, kocht, fernsieht oder anderweitigen Beschäftigungen nachgeht. Nicht nur wird die Privatsphäre der Patienten geschützt, das Programm ist auch genauer als Programme, die auf Videoüberwachung zurückgreifen. Weder schlechte Lichtverhältnisse noch Gegenstände, die im Weg stehen, hindern „RF-Diary“ bei der Überwachung. Von 30 Haushaltsaktivitäten werden 90 Prozent durch das System richtig eingeschätzt. Für Senioren bedeutet das System auch eine Möglichkeit von Freiheit, denn können Angehörige den Status der Senioren kontrollieren, können diese länger zuhause wohnen bleiben.

Chefs erhalten Beschwerden live
Zendesk ermöglicht es Unternehmen, ihre Kundendienststatistiken einzusehen. Mit dem neuen Produkt „Explore Enterprise“ ist das jetzt auch in Echtzeit möglich. So können Echtzeitanalysen direkt an Zendesk-Kunden weitergeleitet werden. Gegenüber TechCrunch sagt Jon Aniano, Senior VP of Product, dass Betriebsanalysen eine immer wichtigere Rolle spielen, da die Anforderungen an den Kundendienst immer höher werden. So verlagere sich der Kundenservice von Telefon und E-Mail als primäre Kontaktaufnahme hin zu WhatsApp.

Chefs bekommen durch die Echtzeitdaten die Möglichkeit, ihre Kundendienstressourcen dort einzusetzen, wo sie in diesem Moment am meisten gebraucht werden.

Influencer empfehlen Dinge leichter
Im Mai führte Instagram das neue Feature „Guides“ ein, welches jetzt erweitert werden soll. Mit der neuen Funktion soll Nutzern die Möglichkeit gegeben werden, Tipps, Empfehlungen und sogar Leitfäden zu veröffentlichen, beispielsweise zu empfohlenen Produkten oder Orten. Noch ist das Feature auf den Bereich Wellness beschränkt, es soll aber bald auch auf weitere Kategorien ausgeweitet werden. Das Ziel dabei ist, Creator eine Möglichkeit zu geben, Inhalte langfristig auf ihrem Profil zu veröffentlichen. Die Guides können gegenwärtig aus Fotos, Galerien und Videos bestehen. So möchte Instagram verhindern, dass Traffic auf Blogs oder Webseiten außerhalb von Instagram weitergeleitet wird. Wie das Feature am Ende genau aussehen wird und wann es auf breiter Ebene veröffentlicht werden soll, steht allerdings noch nicht fest.

Apple empfiehlt Orte besser
Apple möchte für Bewertungen nicht mehr auf die Drittanbieter Yelp, Tripadvisor und Foursquare angewiesen sein und baut kurzerhand eine eigene Bewertungsdatenbank auf. Im Zuge der Neuauflage von Apple Maps, möchte Apple also nur noch auf Empfehlungen von Apple-Nutzern zurückgreifen. Nutzer können damit nun Restaurants und Geschäfte bewerten und entsprechende Fotos hochladen. Im Gegenzug zu Google Maps, ist das Bewertungssystem jedoch deutlich simpler gestaltet. Statt ausführlicher Rezensionen gibt es nur die Möglichkeit, Orte mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ zu bewerten. Um einen Missbrauch der Funktion zu vermeiden, werden die Bewertungen und Fotos mit der persönlichen Apple-ID verknüpft, die aber weiterhin sonst nicht für die Nutzung von Apple Maps verwendet wird. Wann die Funktion in Deutschland veröffentlicht wird, ist noch nicht bekannt.

Mexiko startet TV-Unterricht
In Mexiko wütet das Coronavirus derzeit wie in kaum einem anderen Land. Die Regierung ist deshalb zum Schluss gekommen, dass eine Rückkehr der Schüler in die Schulen derzeit nicht sicher sei. Um die knapp 30 Millionen Schüler Mexikos trotzdem mit Lernstoff zu versorgen, hat das Bildungsministerium mit mehreren Sendern zusammengearbeitet und einen TV-Unterricht konzipiert. Der Umfang des Projekts ist gigantisch. Auf 4550 Sendungen im TV und 640 im Radio können die Schüler zurückgreifen. So laufen derzeit auf vielen Sendern statt den beliebten Telenovelas Sendungen zur Berechnung des Umfangs eines Quadrats oder der korrekten Bildung von englischen Sätzen.

Dass Mexiko statt auf die naheliegende Möglichkeit des digitalen Lernens auf das etwas verstaubte Fernsehen zurückgreift, liegt an der Tatsache, dass sich das Internet in Mexiko bisher nicht voll durchgesetzt hat. Nur 56 Prozent der mexikanischen Haushalte verfügen über einen Internetanschluss, während 96 Prozent Zugang zu einem Fernseher haben.   

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