Was ist das beste Betriebssystem für das Internet der Dinge?

Das Geniale an Tim Berners-Lees Erfindung von WorldWideWeb und HTML war der gemeinsame Standard. Alle Informationen auf allen Computern sind seitdem über HTML miteinander verknüpft. Das war 1993 nicht unbedingt sicher – es gab neben HTML auch noch Hyper-G als Alternative. Gescheitert sind jedoch alle proprietären Systeme wie BTX, Compuserve und AOL.

Heute werden nicht nur Computer, sondern alle technischen Geräte miteinander verbunden. Damit die Geräte miteinander kommunizieren können, wird ein gemeinsamer Standard benötigt. Das erleichtert das Steuern von Lichtschaltern, Türöffnern, Rauchmeldern, Heizungsreglern, Wasserversorgung oder Überwachungskameras über Smartphones oder Uhren.

Mit dem Projekt Brillo hat Google 2015 ein neues Betriebssystem für das Internet der Dinge vorgestellt. Brillo basiert auf Android und kann von Herstellern als mobiles Betriebssystem für ihre Geräte verwendet werden. Ein Jahr zuvor hatte Apple sein HomeKit vorgestellt. Samsung hat mit Artik ein eigenes System, ARM hat die mbed-Plattform entwickelt. Der Markt fragmentiert sich. Microsoft unterstützt AllJoyn. Dieses ist von der AllSeen Alliance, einem Konsortium, das an einem offenen Protokoll für das Internet der Dinge arbeitet. Unternehmen wie Philips, Sony, Faber, HoneyWell, HTC und LG sind mit dabei.

Smartwatches laufen meist unter iOS oder Android Wear. Letztens kündigte Samsung an, neue Geräte nicht mehr unter Android laufen zu lassen, sondern unter dem eigenen System Tizen, das kompatibel zur Artik Cloud ist. Einer der Gründe: Der Akku hält damit länger.

Einen eigenen Weg gehen die großen Anlagenbauer. Auch hier wird kräftig am Internet der Dinge gewerkelt, damit in der Fabrik der Zukunft alle Maschinen miteinander reden können. Hier hat Siemens sein System Sinalytics entwickelt, das die Maschinendaten zentral steuert. Mit MindSphere wurde auf der Hannover Messe eine Datenplattform vorgestellt, die die digitale Fabrik steuern kann.

Noch schlauer mit seinen analytischen Fähigkeiten ist jedoch IBM Bluemix, da hier IBMs Watson angeschlossen ist, der ja bekanntlich alles weiß. Auch Microsoft bietet mit der Azure IoT Suite ein Produkt für die digitale Fabrik an. GE hat jetzt gerade mit der Predix Cloud ebenfalls eine Lösung am Markt, die dafür sorgt, dass alle Maschinen schneller und effizienter laufen. Pepsi, Proctor&Gamble und Toshiba arbeiten schon damit.

Ich bin gespannt, welches System demnächst meine Haustür und mein Auto öffnet.

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Dr. Torsten Schwarz ist Buchautor, mehrfacher Lehrbeauftragter, Privatdozent und gehört laut der Zeitschrift acquisa (Juni 04) zu den Vordenkern in Marketing und Vertrieb. Schwarz ist Herausgeber des Fachinformationsdienstes Online-Marketing-Experts und von Marketing-Börse.de. Bereits 1994 baute er einen der weltweit ersten Webserver auf.